Denkmal für Ferdinand Piëch- als Dankeschön zu Lebzeiten für organisierte Verantwortungslosigkeit.

Die Aktivisten der Kampagne “VW Boykott” errichteten in Berlin vor dem Showroom der Volkswagen Group Ecke Unter den Linden / Friedrichstraße ein Denkmal für den VW-Patriarchen Ferdinand Piëch. Eine eigens von dem Berliner Künstler Sieloff entworfene Büste zeigt Piëch mit einem preußischen Dreispitz und einem Dank der Berlinerinnen und Berliner “in Ehrfurcht und Abscheu für autoritäre Marktwirtschaft, Vertuschung von Skandalen, Rausschmiss missliebiger Manager und Herrschaft des Misstrauens”, wie es auf der Gedenktafel heißt. Der verkleidete Beauftragte der Bundesregierung Prof. Peter Grottian prangerte vor allem die Rolle Piëchs bei der Vertuschung des VW-Skandals an, die ein völliges Versagen seiner Aufsichtsratspflichten dokumentiert. Er forderte eine unabhängige Untersuchungskommission, umfangreiche Entschädigungen und eine offensichtliche Moderatorenrolle der Politik. Arnulf Rating, der bekannte Kabarettist, erheiterte die Protestschar, indem er die organisierte Verantwortungslosigkeit von Unternehmen und Politik geißelte. Die zahlreichen Schaulustigen dankten es mit Applaus. Spott ist oft wirkungsmächtiger als alle guten Argumente. Und Gerüchte könnten bald Wirklichkeit werden: Piëch schenkt VW seine VW- Anteile und sein Vermögen zur Bewältigung des VW-Skandals.